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Jahr2012

Übergabe der neuen Haslachbrücke gebührend gefeiert

Beeindruckende Brückenkonstruktion tief in der Schlucht
30000 Euro wurden in der Haslachschlucht investiert




Handwerker und große Baumaschinen arbeiteten im beginnenden Herbst tief unten in der sonst ruhigen Haslachschlucht. Noch rechtzeitig vor Beginn der kalten und nassen Jahreszeit sollte dort, unmittelbar vor der Mündung, die neue Haslachbrücke entstehen. Die Metall-Holz-Konstruktion ersetzt nun die alte, morsch gewordene Brücke. Und nur zwei Wochen später, am 10. Oktober 2008, konnte das Bauwerk bereits eingeweiht werden.




Baumassnahmen im Naturschutzgebiet Haslach- und Wutachschlucht in dieser Größenordnung sind eher selten. Doch die bisherige Fußgängerbrücke über den Fluss war nicht mehr sicher. Obwohl die stabile Balkenkonstruktion erst 19 Jahre alt war, hatten ihr das dauerfeuchte Schluchtklima so stark zugesetzt, dass das Risiko für Wanderer zuletzt nicht mehr kalkulierbar war. Vor allem im Bereich der Verschraubungen war die Konstruktion durchgefault. Der Lenzkircher Schwarzwaldverein, der für das Wanderwegenetz in der Schlucht bis in den Bereich der Rötenbachmündung zuständig ist, trieb die schon länger gefasste Sanierung voran und gab, da sich keine andere Lösung anbot, eine Neukonstruktion in Auftrag. Die Planung lag bei Architekt Theo Gremmelsbacher.


Was jetzt an der Mündung am Zusammenfluss von Haslach und Gutach gebaut wurde, ist eine beeindruckende, verzinkte Stahlkonstruktion, die der bereits vor einigen Jahren erstellten Brücke über die Gutach ähnelt. Etwas höher gelegt und somit hochwassersicher überspannt sie die schäumende Haslach, leitet Wanderer künftig auf den Gegenhang in Richtung Holzschlag oder Grünwald. Schon einmal war an dieser Stelle eine Vorgängerbrücke von einem Frühjahrshochwasser weggerissen worden. Die neue Metallbrücke im schwierigen Gelände wurde von der Lenzkircher Firma Wittmer aufgebaut, die Holzgewerke erledigte die Firma Booz. Doch bevor die Arbeiten überhaupt angepackt werden konnten, musste der Lenzkircher Bauhof zuerst den einzigen Zugangsweg herrichten und befahrbar machen. Kleine Erdrutsche und Geröll hatten den steilen Weg, der zuletzt für den Bau der Gutachbrücke gebraucht worden war, zwischenzeitlich wieder so verschmälert, dass eine Zufahrt mit den Gerätschaften nicht mehr möglich gewesen wäre.

Die Brückenarbeiten waren finanziell recht aufwändig. Im Vorfeld wurden Kosten von rund 30000 Euro für die Neukonstruktion errechnet. Der Lenzkircher Schwarzwaldvereinsvorsitzende Harald Fritsche erläuterte, dass das Projekt nur durch eine Aufteilung der Kosten machbar war. So sponserte der Naturpark Südschwarzwald die Nettokosten mit 50 Prozent, 8000 Euro kamen aus dem Gemeindehaushalt und 6000 Euro schoß der Hauptverein des Schwarzwaldvereines zu. Die Lenzkircher Ortsgruppe selbst investierte die gesamten Spenden und Zuwendungen vom 125-jährigen Jubiläum in das Projekt.

Mit der neuen Brücke als vorläufig letzter großer Maßnahme ist das Naturschutzgebiet Haslachschlucht mit den beeindruckenden Naturdenkmalen Hölloch- und Rechenfelsen, der tief unten schäumenden Haslach, mit den Felskanzeln und den neu aufgestellten Ruhebänken ein gern besuchtes Dorado für alle Wanderer. Nicht umsonst wurde es in den neuen Schluchtensteig aufgenommen und dort als besonders attraktive Etappe gelobt. Auch der Querweg Freiburg – Bodensee führt hier vorbei. Bereits in der frühen Zeit des Tourismus nach 1900 galt der Rechenfelsen als Attraktion, wurde in Schwarzwald-Reisebüchern erwähnt und auf frühen Ansichtskarten abgebildet.

Der Lenzkircher Schwarzwaldverein hat nun im vergangenen Jahrzehnt sehr viel Arbeit und Geld in die Haslachschlucht investiert, die in den 1980er und 1990er Jahren vernachlässigt worden war und so auch etwas aus dem Bewusstsein der einheimischen Bevölkerung entschwunden war. Inzwischen zieht es wieder zahlreiche Einzelwanderer und Gruppen in die Schlucht, selbst Fernsehaufnahmen wurden hier schon gemacht.

Einweihungsfeier bei schönstem Oktoberwetter
Dann, am 10. Oktober, war es soweit. Seit einigen Tagen schon konnten Naturliebhaber und Wanderer wieder gefahrlos auf der neuen Brücke die Haslachüberschreiten, als sie dann die erste große ‚Bewährungsprobe’ bestehen musste. Denn anlässlich der von unserer Ortsgruppe organisierten Übergabefeier stellten sich alle Beteiligten zum Erinnerungsfoto auf den nun durchaus beeindruckenden Flussübergang, symbolisierten so noch einmal den Brückenschlag. Und als unser Vorsitzender Harald Fritsche allen dankte und mit einem Glas Sekt auf die neue Brücke anstieß, da bekam auch die Haslach einen ‚Schluck’ ab. Denn, so sagte er, er wolle die Haslach milde stimmen. Vermutlich wird es künftig an dieser Stelle nicht mehr unbedingt notwendig sein. Denn die neue, verzinkte Stahl-Holzkonstruktion wurde bedeutend höher gelegt als die alte Brücke und ist somit wohl kaum noch Hochwasser gefährdet. In früheren Zeiten war hier, am Beginn der Wutach, schon manch vermeintlich stabile Brücke von Hochwassern weggerissen worden.

Die neue, von ‚Schwarzwaldvereins-Architekt’ Gremmelsbacher entworfene Brücke wurde bei der Übergabe ausdrücklich noch einmal als gelungene ‚finanziell konzertierte’ Aktion gelobt. Denn nur dadurch, das gemeinsam ein ordentliches Geldpaket geschnürt werden konnte (s. o.), konnte dieses Projekt im Naturschutzgebiet verwirklicht werden. Sowohl Fritsche als auch Lenzkirchs Bürgermeister Reinhard Feser, freuten sich deshalb, dass der Brückenschlag trotz allseits klammer Kassen relativ schnell zustande gekommen war. Dabei war es ein Glücksfall, dass der Naturpark Südschwarzwald mit 50 Prozent der Netto-Baukosten den größten Zuschussanteil übernommen hat. Roland Schöttle, Geschäftsfüher vom Naturpark Südschwarzwald, wollte die neue Brücke deshalb auch als eines der, wie er sagte, „doch schon größeren Zuschussprojekte“ eingeordnet wissen. – Eine nicht unwillkommene Überraschung gab es bei der Einweihungsfeier, bei der neben den Handwerkern und Vertretern benachbarter Ortsgruppen auch die Sponsoren eingeladen waren, dann auch noch. Im Auftrag der Sparkasse Hochschwarwald überbrachte Mitarbeiterin Monika Winterhalder der Lenzkircher Ortsgruppe einen zusätzlichen 500-Euro Scheck zur Deckung der Baukosten.


Wie sehr Wanderer diesen Weg und den Aufstieg durch die herrliche Haslschschluch lieben, konnten alle an der Einweihungsfeierlichkeit Beteiligten hautnah erleben. Denn immer wieder kamen während der heiteren Feierstunde Wanderer mit Rucksack und Stöcken vorbei, wunderten sich anfänglich ein bisschen über die ‚Feierlaune’ drunten in der Schucht, lasen dann aber auch interessiert das neue Info-Schild an der neuen Brücke mit den detaillierten Angaben und machten sich weiter auf den schönen weg, vorbei an den Felskanzeln von Rechen und Höllochfelsen.



Text und Bilder: Manfred-G. Haderer, Fachwart für Öffentlichkeitsarbeit 

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