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Jahr2012  

Die Haslach vor Indischem Springkraut schützen – In der Vergangenheit erfolgreiche Aktionen – Im Juli geht’s los

Schön aber leider nicht unproblematisch: Die Blüte des indischen Springkrautes
Bis zu zweieinhalb Meter hoch werden die Springkraut-Bestände. Einheimische Pflanzen haben dann keine Chance mehr.
Das Indische Springkraut ist als Neophyt (eingewanderte Pflanze) vielerorts zum großen Problem geworden. Es gibt zwischenzeitlich Talschaften, die im Hochsommer und Herbst gänzlich von der bis zu zwei Meter hohen und rosa blühenden Pflanze zugewuchert sind. Im Haslach- und Urseetal glaubt man bisher die Situation noch im Griff zu haben. Das liegt allerdings an den regelmäßigen Aktionen, die vom Naturschutzzentrum koordiniert, seit Jahren regelmäßig durchgeführt werden. Von Lenzkirchs Förster Andreas Schellbach hört man, dass auch in diesem Sommer wieder vereinte Einsätze geplant sind. Erstmals wird am Samstag, 18. Juli, dem ungeliebten Einwanderer zu Leibe gerückt werden, weitere Aktionen folgen den Sommer über.

Seit Jahren engagiert sich Lenzkirchs Gemeindeförster und gleichzeitig unser SWV-Naturschutzwart Andreas Schellbach in Sachen Springkrautbekämpfung auch in seiner Eigenschaft als Naturschutzwart der Schwarzwaldvereinsortsgruppe zusammen mit ehrenamtlichen Helfern. Jährliche kompromisslose Aktionen führten bisher zum Erfolg. Bis auf einige Flächen im hinteren Haslachtal (Falkenmatten / Falkau) tritt das ungeliebte Einwandererkraut im gesamten 18 Kilometer langen Tal bis zur beginnenden Wutachschlucht meist nur vereinzelt oder in kleinen Gruppen auf. Und das Urseetal blieb bisher ganz von Springkraut frei. „Eine einzige Pflanze kann bis zu 2000 schwimmfähige Samen in die Umgebung schleudern. Bäche und Flüsse beschleunigen die rasche Ausbreitung. Deswegen ist es wichtig vor allem die Oberläufe zu kontrollieren und dort gezielte Bekämpfungsaktionen zu starten“, erläutert Schellbach.

Er appelliert auch an Privatpersonen, falls man Springkraut auf oder am Rande des eigenen Grundstücks entdeckt, dieses bitte zu entfernen. „Vor der Samenreife einfach ausreißen und vertrocknen lassen, das hilft am Besten.“ Wenn man hingegen die ungeliebten Einwanderer übersehe, breite es sich Jahr für Jahr mehr aus. Bis zu acht Metern schleudere eine Pflanze ihre Samenkörner. „Wenn man es über geraume Zeit so weit kommen lässt, dann hat man meist schon verloren“, so Schellbach. – Dabei sind nicht alle mit den Bekämpfungsaktionen einverstanden. Uneinsichtige Grundstücksbesitzer verweisen auf die schönen rosafarbenen Blüten und Imker loben vermehrt die Herbstnahrung für ihre Bienen. In solchen Fällen hilft nur der Hinweis auf die gänzlich überwucherten Täler, wo die Meter hohen Stauden heimischen Pflanzengesellschaften keinerlei Chance mehr lassen.


Im Lenzkirch-Falkauer Bereich haben die Springkrautaktionen in den vergangenen Jahren immer recht gut geklappt, die ehrenamtlichen Gruppen stets gut zusammen gearbeitet. Auch Ferienjobber wurden entlang der Bachläufe bereits eingesetzt. Der Erfolg jedenfalls spricht für sich, denn auch das Naturschutzgebiet ‚Haslachschlucht’ beim Rechenfelsen blieb bisher weitestgehend Springkraut frei. Während in Lenzkirch die Fäden bei Andreas Schellbach zusammenlaufen, wird die gesamte Aktion seit einiger Zeit über das Naturschutzzentrum auf dem Feldberg koordiniert. Dies ist notwendig, da so verschiedene Gruppen und Organisationen wie der Schwarzwaldverein, der BUND, der Arbeitskreis Hochschwarzwald des Landesnaturschutz-Verbandes und etliche freiwillige Helfer mit von der Partie sind. Außerdem müssen neben Lenzkirch auch die Gebiete Bärental, Neuglashütten und Falkau miteinbezogen werden.

Erfolgreich waren in der Vergangenheit die Arbeitseinsätze zur Springkraut-Bekämpfung am Oberlauf der Haslach auf Lenzkircher Gebiet.

Manfred-G. Haderer, Fachwart für Öffentlichkeitsarbeit