Gegründet 1883 von idealistischen Bürgern, ist die
Schwarzwaldvereins-Ortsgruppe Lenzkirch eine der ältesten überhaupt. Mit zwei Dutzend Mitgliedern fing alles an. Und doch: Schon ein Jahr nach der Gründung krempelten diese bereits die Ärmel hoch, stellten erste Bänke im Bergerwald und am Sommerberg auf, kümmerten sich dort um den heute längst verschwunden Pavillon und pflanzten auch Bäume. 1902 – so erfahren wir aus alten Unterlagen - beteiligten sich die Vorfahren am Bau des Mittelweges über den Hochfirst. Auf dem Bild rechts sieht man das Hierakreuz welches sich direkt am Mittelweg befindet. Manches Mal ging es nicht nur an die Kräfte der Mitglieder sondern auch die Vereinskasse wurde bis auf die letzte Mark belastet. Manche Arbeiten machten die Naturgewalten binnen Jahresfrist schon wieder zunichte. Das alles berichtet die frühe Chronik.
Doch halten wir uns nicht länger bei der sicher verdienstvollen Vergangenheit auf. Rund 500 Mitglieder zählt unsere Ortsgruppe heute. Und längst wird seitens des Schwarzwaldvereines nicht mehr nur der Wanderwimpel hochgehalten, längst werden nicht mehr nur die allbekannten Rauten an Bäume genagelt. Der Verein hat sich weitere Ziele gesetzt, es wurden ihm auch andere Aufgaben übertragen. Zum gewandelten Tätigkeitsfeld gehören heute vor allem Heimatpflege und Naturschutz. Solche Aufgaben übernehmen unsere Natuschutzwarte, die auf dem Feldberg oder in der Wutachschlucht an Wochenenden ehrenamtlich unterwegs sind.
Viel Engagement in der Heimatpflege
Besonders engagiert hat sich die Lenzkircher Ortsgruppe in den v
ergangen Jahren jedoch in der Heimatpflege. Erinnert sei hier nur an die Sanierung der Ruine Urach (Bild links oberhalb). Aus eingewachsenen Mauerresten wurde wieder ein ortsgeschichtliches Kleinod. Auch die historischen Brunnenhäuschen im Urseetal wurden wieder hergerichtet (Bild rechts). Mit einer in den letzten Jahren deutlich verjüngten Vorstandschaft wurden beinahe jährlich neue Projekte angepackt. So wurde die Säntisblickhütte erneuert und auf diese Weise wieder zu einem lohnenswerten Ziel für einen Spaziergang. Der Blick reicht wieder über unser Haslachstädtchen hinweg und bei guter Witterung tatsächlich bis zu den Alpen.
Und nicht viele Ortsgruppen können sich auf ihre Fahnen schreiben, gar ein eigenes Buch herausgebracht zu haben. Die "Kreuzgeschichten" von Manfred-G. Haderer jedenfalls fanden viele Freunde. Sogar eine zweite Auflage wurde in Auftrag gegeben. Viel Engagement und auch finanzielle Mittel haben wir für den alten, erlebnisreichen Wanderweg mit den Felskanzeln an Rechen- und Höllochfelsen eingesetzt. Heute ist dieser Zugang über das romantische Haslachtal hinunter in die Wutachschlucht wider zu einem Aushängeschild geworden (Bild rechts). Als einer der ersten Vereine übehaupt haben wir die neue Wegebeschilderung in die Tat umgesetzt und 2003 manche Helferstunde ins Projekt "Bähnleradweg" gesteckt.
2006 wird unser im vergangenen Jahr begonnene Geo-Park, der die Eiszeit und deren Auswirkungen auf die Geologie und die Gesteine unserer Region aufzeigt, noch fertig gestellt. Auf dem Aussichtpunkt in der „Schlicht“ gibt es somit eine neue Attraktion (Bild links unten).
Eine besondere Ehrung
Arbeit und Ideen werden uns auch künftig nicht ausgehen. Und manchmal wird für solches Engagement sogar ein ganzer Verein geehrt. So geschehen, als uns der ehemalige Bundespräsident Johannes Rau 2002 die Eichendorff-Plakette "für besondere Leistungen und Verdienste" verlieh. Das spornt uns auch an, macht Mut .
Und auch Sie machen uns Mut: wenn sie mit uns wandern (schauen sie einmal in den aktuellen Wanderplan), sich für unsere Arbeit interessieren, uns unterstützen. Wir freuen uns auch über jedes neue Mitglied. Zumal wir nicht nur Schützer und Bewahrer von Traditionen sind. Denn längst ist der Blick des Schwarzwaldvereines Ziel bewusst nach vorne gerichtet. Unsere Arbeit gilt auch den Generationen nach uns, der Jugend und unseren Kindern. Wir wollen, den Rahmen bilden für gesellschaftliche Verantwortung, Gemeinschaft erlebbar machen, junge Leute einbinden und ihnen Werte vermitteln, die Grundlage auch ihrer Zukunft sein werden. Denn eine Grundlage wird immer die Harmonie zwischen Mensch und Natur sein, das wird sich nicht ändern …
Manfred-G. Haderer, Fachwart für Öffentlichkeitsarbeit
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